Das wird den Bürgern zumindest durch einen Zeitungsbericht am 16.02.2024 mitgeteilt, in dem die
Ablehnung der Umsetzung eines Kunstrasenplatzes für ca. 250 Kinder- und Jugendfußball-
spieler/innen, und ca. 250 Frauen- und Herrenfußballspieler der drei Wiesmoorer Fußballvereine
VfL Mullberg, SV Hinrichsfehn und VfB Germania Wiesmoor in der Stadt Wiesmoor mit den
Worten: Keine Luxusausgaben, die Infrastruktur hat Vorrang begründet wurde.
Zur Historie Kunstrasenplatz sei als Erinnerung gesagt, das die Idee im Jahre 2014 erstmalig
besprochen, und 2016 mit dem damaligen Bürgermeister in Gesprächen vertieft wurde. Diese
ersten Jahre wurden jetzt verkürzt wiedergegeben, da es sonst den Rahmen sprengen würde.
2018 nahm die Stadt Wiesmoor erstmalig 33.000 ,- in die Hand, um grundlegende Planungen für
das 2,5 Millionen (Stand 2018) Projekt voran zu treiben. Ein Jahr später, im Haushalt 2019 wurden
dann noch einmal 145.000 ,- € für zusätzliche Planungen eingesetzt. Die schon im Haushalt 2019
aufgeführten veranschlagten 800.00,- € für das Jahr 2020 waren dann im nächsten Jahreshaushalt
2020 kein Thema mehr, weil erwartete Zuschüsse nicht bewilligt wurden.
Das sollte sich aber im Jahr 2021 wieder ändern. Für den ersten Bauabschnitt „Kunstrasenplatz“
wurden insgesamt 1.317.000 € eingeplant. Davon für Planung und Vorbereitung 145.000 € in 2021
und für die eigentlichen Arbeiten 1.139.000 € für 2022 mit einer Verpflichtungsermächtigung. Da
wiederum keine Fördergelder bewilligt wurden, kam es ebenfalls nicht zur Umsetzung. Ein neuner
Anlauf wurde 2023 genommen, und hier haben sich auch die 3 Vereine aus Wiesmoor wieder
intensiv beteiligt. Es wurden u.a. die Ratsmitglieder ins VfB-Vereinsheim zu einer Infoveranstaltung
eingeladen, bei dem die Wichtigkeit der Standortfrage Kunstrasenplatz in Wiesmoor mit aktuellen
sportlichen und wirtschaftlichen Zahlen untermauert wurde. Der Zeitplan sah vor, das 2024
100.000,- für weitere Planungen, 2025 1.650.000,- für vorbereitende Erdarbeiten und 2026 noch-
mals 680.000,- € für den eigentlichen Rasen und sonstige Arbeiten eingesetzt werden sollten. Bei
der abschließenden öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses im Rathaus am 23.11.2023
nahmen ca. 30 Vertreter der 3 Vereine im Besucherbereich Platz, und applaudierten zum Schluß
ein positives Abstimmungsergebnis. Somit sollte ein Kunstrasenplatz auf dem jetzigen Trainings-
gelände (C-Platz) des VfB mit einer Investitionssumme von 2,5 Millionen Euro entstehen. Allen
beteiligten war bei der Abstimmung klar, das dieses Vorhaben nur Fremdfinanziert ohne Förder-
gelder, die aktuell für solche Maßnahmen nicht angeboten werden, umgesetzt werden konnte.
Der „Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Tourismus“ hat das Ganze aber am 16.02.2024
überraschenderweise u.a. mit dem oben zitierten Argument abgelehnt. Und wer das Zitat für sich
beanspruchen darf, ist eigentlich schon zweitrangig. Diese Entscheidung gegen einen
Kunstrasenplatz ist ein, wie seit Jahren schon, Statement gegen den Sport, gegen die positive
sportliche Entwicklung der Vereine, gegen den wirtschaftlichen Faktor der jährlich 200 (!)
auswärtigen Mannschaften, die Wiesmoor besuchen und auch hier Geld ausgeben und mit einem
positiven (oder negativen) Blick auf die Stadt wieder nach Hause fahren, und gegen eine
Unterstützungen der Jugend, denen wir Aufgrund der Witterung und der sich seit Jahren mehr und
mehr in einem schlechteren Zustand befindlichen Sportanlagen in 1/3 des Jahres kein Trainings-
und Spielmöglichkeit auf dem grünen Rasen anbieten können. Eine Verbesserung der
Naturrasenflächen ist auch nicht in Sicht, da auch hier die erforderlichen Kosten von der Stadt
Wiesmoor nur zur Hälfte gedeckt werden. Ein Antrag auf Erhöhung der Zuschüsse, die vor über 20
Jahren vertraglich geregelt wurden, wurde ebenfalls abgelehnt. Das bedeutet für uns im Klartext:
Keine Erneuerung der Sportanlagen, zusätzlich eine Unterdeckung bei den Kosten in der Pflege
unserer Anlage im mittleren vierstelligen Bereich und eine erhebliche Mehrbelastung durch
ehrenamtliche Arbeitsstunden. Dies müssen und werden wir zwar alles akzeptieren, jedoch
werden wir nicht Müde, und in 2024 wieder einen neuen Anlauf starten, um für unsere Mitglieder
das allerbeste in dieser Angelegenheit zu erreichen.
Und das Zitat? Was bedeutet das Wort „Infrastruktur“ denn überhaupt?
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beschreibt es für unser Anliegen am besten:
Alle staatlichen und privaten Einrichtungen, die für eine ausreichende Daseinsvorsorge und
wirtschaftliche Entwicklung als erforderlich gelten. Z. B. Einrichtungen der Verkehrs- und
Nachrichtenübermittlung, der Energie- und Wasserversorgung, der Entsorgung. Schulen,
Krankenhäuser, Sport- und Freizeitanlagen, Einkaufsstätten, kulturelle Einrichtungen. (Text
verkürzt)

Dem kann man nichts mehr hinzufügen. Bleibt bitte alle in dieser Angelegenheit positiv, und wir
sehen uns beim nächsten Regenwetter auf irgendeinen Kunstrasenplatz in der Nachbargemeinde.

Focko Schoon 1. Vorsitzender